Zero Waste Toilette

Zero Waste Toilette

Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook ein Bild von dem französischen Fotografen Antoine Repesssé geteilt, der 4 Jahre lang seinen recyclebaren Müll gesammelt hat um zu zeigen wie viel Müll in einem Haushalt zusammen kommen kann. Mit darunter war auch ein Bild von seiner Sammlung an leeren Klopapier- und Küchenrollen. Der Beitrag hat jede Menge Diskussionen verursacht – die eine Seite glaubt nicht, dass die dargestellte Menge tatsächlich dem entspricht was in 4 Jahren in einem Haushalt zusammenkommt, die anderen fragen sich wie man diesen Müll vermeiden kann. Daher zeige ich euch jetzt mal wie ich es mache.

Zunächst einmal zur dargestellten Menge der Bilder von Repessé. Schaut man in die Statistik findet man nur einen Kilogramm-Wert – nämlich 15kg pro Person verbrauchen wir in Deutschland. Mit dieser Zahl kann man nicht sonderlich viel Anfangen. Bedenkt man allerdings, dass jede Rolle zwischen 100-200g wiegen kommen zwischen 75 und 150 Rollen für jeden von uns im Jahr heraus. Das ist eine unglaubliche Menge! Andere Quellen besagen, dass wir ca. 46 Rollen im Jahr verwenden.

Welche Studie da nun auch immer Recht hat, ist eigentlich völlig egal: Fakt ist, es sind viele Rollen Papier, die wir einfach die Schüssel hinunter spülen. Wie kann man es also anders machen?

Da lohnt sich ein Blick in andere Kulturen, wo ganz einfach mit Wasser der Po gewaschen wird. Als ich durch Asien gereist bin kam mir das zunächst befremdlich vor. Bis ich dann einmal von einem Inder gelesen habe, der sagte „stell dir vor du hast Fäkalien an de Hand, würdest du dann mit einem Papiertuch die Hand abwischen und dann denken, dass deine Hand sauber ist?“ – sehr einleuchtend! Warum machen wir das dann mit unserem Po? Hygienisch ist es also nicht unsauberer, sondern sogar sauberer – und auch gesundheitlich hat es Vorteile.

Wir haben in unserer Wohnung eine Po-Brause installiert. Das hat etwa 10 Minuten gedauert und gekostet hat die Brause ca. 20€ – wenn man an die ganzen Klorollen denkt die wir dadurch sparen, hat man den Preis schnell wieder raus.

Die ersten Versuche waren erst holprig, aber ganz schnell lernt man intuitiv, wie man die Brause halten muss, damit es dort unten auch schön sauber wird. Anschließend trocknet man sich mit einem Handtuch ab, wie nach dem Duschen und fühlt sich auch genauso sauber wie nach dem Duschen 🙂 Wir haben jeder unser eigenes „Po-Handtuch“ das neben dem Klo hängt.

Für Gäste die die Po-Brause nicht ausprobieren möchten, haben wir übrigens immer noch Klopapier.

Immer wieder höre ich aber das Argument, man würde ja jetzt zum Klopapier-Sparen mehr Wasser verbrauchen, aber das ist leider ein wenig kurz gedacht. Für die Klopapier-Herstellung werden nämlich Unmengen von Wasser verbraucht. Davon abgesehen werden natürlich auch Rohstoffe und Energie benötigt. Das Papier muss dann durch die Gegend gefahren werden, vom Verbraucher im Laden gekauft und nach Hause transportiert werden, nur damit es dann in den Abfluss gelangt, wo noch mehr Wasser nötig ist um es wieder herauszufiltern.

Eine Po-Brause ist also nicht nur hygienischer und günstiger (Wasser ist wesentlich günstiger als Klopapier) sondern auch sehr viel nachhaltiger als Klopapier.

Wer von euch kann sich vorstellen eine Pobrause zu installieren? Oder habt ihr sogar schon eine?

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9 Gedanken zu „Zero Waste Toilette

  1. Hallo Anna,
    das ist ja super interessanter Artikel. Ich habe mir vor einiger Zeit die HappyPo-Dusche besorgt und bin damit super zufrieden. Hatte noch gar nicht darüber nachgedacht, dass ich mir meinen Po dann ja auch einfach mit einem Handtusch statt Klopapier abtrocknen kann. Das werde ich gleich mal umsetzen.
    Wenn ich Dich richtig verstehe, habt ihr keine portable WC-Dusche, sondern eine fest installierte. Welches Modell benutzt ihr da?

    Liebe Grüße aus Mainz
    Sonja

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